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Der größte Teil läßt sich in die Rubrik "Macht und Kontrolle" einordnen. Hier geht es um die verschiedensten Formen des Lenkens, Regulierens, Überwachens usw. Die in allen diesen Projekten dominierende Idee ist die Beherrschung der Situation, die Koordinierung aller Bestandteile auf ein Zentrum hin, nämlich auf den Autor des Projekts und den Ort, an dem sich der Autor beziehungsweise Nutzer dieses Ortes befindet. Eine andere Projektgruppe basiert auf Ideen der Erpressung und Androhung der vollständigen Vernichtung. Die Autoren ersinnen Möglichkeiten, möglichst viele Menschen durch besondere Vorrichtungen oder gelenkte kosmische Strahlen in Angst und Verzweiflung zu stürzen, im Extremfall die gesamte Menschheit. Sie sind hingerissen von der Idee, diese Welt in einem Augenblick vollständig zu zerstören. Eine große Gruppe utopischer Projekte zielt auf die Fortbewegung nach dem Prinzip "weiter, höher, schneller" ab. Hierzu gehören nicht nur alle möglichen neuen Transportmethoden zu Lande, sondern auch die zahllosen Phantasien über Weltraumflüge, Entdeckungen außerirdischer Zivilisationen, Reisen ins Weltall usw. Diesen "Transportprojekten" läßt sich auch die riesige Projektgruppe zuordnen, die sich mit allen möglichen Kommunikationsformen befasst, ein Bereich, der sich heute mit unglaublicher Geschwindigkeit entwickelt. Im übrigen kann man schon heute sagen, dass viele dieser Kommunikationsprojekte gar nicht mehr als Projekte bezeichnet werden können, da sie bereits im Stadium der technischen Entwicklung oder sogar Verwirklichung sind, beziehungsweise in allernächster Zeit verwirklicht werden. Es gibt noch weitere Projektarten und -gruppen, die man beschreiben und analysieren könnte, doch darin sehen wir nicht unsere Aufgabe. Der Sinn unserer vorliegenden Arbeit, die man natürlich ebenfalls als utopisches Projekt betrachten muss, besteht darin, die Aufmerksamkeit auf jenen Typus der schöpferischen Einfälle und Vorschläge zu lenken, deren Hauptgedanke es ist, die Welt zu verändern und zu verbessern. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Veränderung andere "ferne" Menschen betrifft oder einen einzelnen Menschen und seine "nahen" Angehörigen. In allen Projekten dieses Spektrums finden wir die Idee der Freiheit und der Erweiterung der sozialen beziehungsweise individuellen Möglichkeiten, wie unrealistisch und utopisch sie auch erscheinen mögen. Der Traum und die Hoffnung, die sie enthalten, geben ihnen das Recht, dass man immer wieder aufs neue auf sie zurück kommt, sie analysiert und diskutiert. Doch darüber hinaus verdienen sie unserer Meinung nach noch mehr. Diese von den genannten Kriterien beherrschten Projekte sollten nicht nur gesammelt, beschrieben und katalogisiert, sondern auch in einem besonderen, eigens dafür errichteten Raum untergebracht werden, wo sie zusammen mit ihren Beschreibungen von einem breiten Publikum besichtigt werden könnten.
Ein derartiger "Palast" könnte folgendermaßen organisiert sein: Innerhalb eines großen Raumes wird eine leichte Holzkonstruktion errichtet*, wo eine Zimmerflucht in einer Spirale bis in den ersten Stock aufsteigt. Der Besucher folgt dieser Zimmerfolge und gelangt dabei aus einer Ausstellungsabteilung in die nächste. Insgesamt gibt es drei Abteilungen (sie stimmen nicht mit der Zimmerzahl überein, es gibt natürlich wesentlich mehr Zimmer):
In dieser Reihenfolge sind die Abteilungen nacheinander angeordnet. Die beiden ersten befinden sich im Erdgeschoß, die dritte im ersten Obergeschoß. Besonders erwähnt werden muss die Konstruktion der Wände des "Palastes", die ihn nicht nur vom umgebenden Raum abgrenzen, sondern sozusagen auch die "Beleuchtungsfunktionen" tragen. Sie bestehen aus halbtransparentem Plastikgewebe, das zwischen die Holzkonstruktion eingespannt ist. Aus demselben Material besteht auch die Decke. Die Beleuchtung im Inneren des Palastes dringt "durch" diese Wände hindurch: An den Wänden des Raumes, der den Palast umgibt, sind Scheinwerfer angebracht, die ihr Licht auf die Stoffwände des Palastes richten und durch sie hindurch dessen Inneres beleuchten. Durch diese leuchtenden Wände entsteht dort eine besondere phantastische Atmosphäre, wie sie eine chinesische Laterne schafft. Was sieht der Besucher, wenn er diesen Palast betreten hat? Im Inneren befinden sich 65 Objekte in unterschiedlicher Konfiguration und von verschiedenem Format (siehe Projektbuch), die Modelle jedes einzelnen Projekts darstellen. Neben jedem Modell stehen ein Tisch und ein Stuhl. Auf dem Tisch liegt jeweils ein Kommentar zu diesem Modell. Der Besucher kann an diesem Tisch Platz nehmen und sich mit der Kernaussage des Projekts vertraut machen. Er braucht nicht wie ein Tourist im Eiltempo durchzulaufen, wie es in Museen gewöhnlich der Fall ist, wo die Erklärungen an der Wand hängen und in der Regel nicht gelesen werden. Wenn der Besucher also auf diese Weise von Projekt zu Projekt, von Tisch zu Tisch geht und dabei umgeben ist von dieser besonderen lichten, leicht gelblichen Atmosphäre im Inneren des "Palastes", dann vermag er tiefer in die Idee einzudringen, von der sich der Autor des jeweiligen Projekts hat leiten lassen. Zum Schluß ein paar Worte über das Buch, besser gesagt, das Album, in dem alle Projekte des "Palastes" versammelt und beschrieben sind. Es ist in zwei Ausgaben erschienen - farbig und schwarzweiß - und beinhaltet die subjektive Nacherzählung der verschiedenen Ideen und Projekte. Sie stammen von ganz verschiedenen Autoren, die sich sowohl nach Ländern wie auch nach Epochen unterscheiden. Diese Nacherzählung war notwendig, um die verschiedenen Darstellungen stilistisch anzugleichen und dem Betrachter die Lektüre in der kurzen Zeit zu erleichtern, die er am betreffenden Tisch im "Palast" sitzt. Die Modelle, die nach diesen Projekten gebaut sind, stellen ebenfalls freie Interpretationen dar (gemeint ist die Arbeit der Ausstellungsmacher). Die Gesamtidee eines Projekts ist in diesen Modellen hoffentlich vollständig erhalten. In allen Fällen, wo der Autor des Projekts bekannt ist, werden der Nachname und alle anderen Daten auf den entsprechenden Seiten genau angegeben. In den Fällen, wo der Vorname des Autors unbekannt oder zweifelhaft ist, findet sich eine entsprechende Fußnote. |
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